Wann?

Samstag, 06.07.2019

19:00 - 21:00

MERRY OLD ENGLAND - Konzert 6.7.2019

Im Konzert des St. Johannis-Klosters erklingt heute Musik von Komponisten des Spätbarocks, die auf der Britischen Insel wirkten. Neben John Christopher Pepusch gibt es Werke von John Baston, William Corbett und natürlich von Georg Friedrich Händel.
Die MusikerInnen des Ensembles „Concertino Schleswig-Holstein“ spielen mit historischen Instrumenten:

  • Elke Holm – Blockflöte
  • Kent Pegler v. Thun – Cembalo
  • Bethany Webster – Parmentier
  • Cornelia Kempf – Barockviolinen
  • Thomas Rink – Barockfagott
  • Gero Parmentier – Laute

Ensemble ‘Concertino Schleswig-Holstein’ mit Bethany Webster-Parmentier, Gero Parmentier, Elke Hom, Thomas Rink, Kent Pegler v. Thun, Cornelia Kempf (von links)


Zu den Komponisten

Johann Mattheson erwähnt, dass man als Musiker in England gutes Geld verdienen könne und so verwundert es nicht, dass einige Komponisten vom Kontinent ihr Glück auf der Insel versuchten, das bekannteste Beispiel ist Georg Friedrich Händel, der in London zu einem echten Star avancierte und mit dem viele seiner Zeitgenossen in engem Kontakt standen oder unter seiner Leitung in den Orchestern spielten .

Johann Christoph Pepusch stammte aus Berlin und reiste 1697 nach London. Das Titelblatt seiner 6 „Concerts“ nennt für die Besetzung Block- und Querflöten, Oboen und Violinen – man ist als Interpret also frei in der Instrumentenwahl. Wir haben uns aus klanglichen Gründen für Sopran- (in Nr. 3) und Alt-Blockflöten (in Nr. 6) entschieden.

In unserem Programm erklingt aber auch Musik von Meistern, die echte Engländer sind. Bezüglich John Ravenscrofts Lebensdaten ist sich die Musikwissenschaft nicht einig, auf jeden Fall veröffentlichte er sein Op. 1, das ganz im Stil von Arcangelo Corelli gearbeitet ist, in Rom und nicht in London. Vielleicht um Italien zu zeigen, wie Musik aus dem Vereinten Königreich klingt, gibt es dann im letzten Satz diesen lustigen lang-kurz-kurz-lang-Rhythmus, der auch als „Scottish jump“ bezeichnet wird.

William Corbett und John Baston waren selbst Blockflötisten, schrieben also sich ihre Stücke quasi „in die Finger“. Im Fall des kleinen D-Dur-Konzerts von Baston möchten wir Sie gerne auf die Verwendung des Solo-Instruments hinweisen: Es wird nämlich im Erstdruck eine „Sixth flute“ verlangt, das ist eine Blockflöte in d”. Von diesem Instrumententyp sind nicht sehr viele Exemplare überliefert, die von uns benutzte Kopie wurde nach einem Original von Thomas Stansby aus der Sammlung Frans Brüggens gearbeitet.

Die verwendeten Barock-Violinen stammen beide aus dem 18. Jahrhundert, Laute, Orgel und Fagotte sind Kopien nach Originalen des 17. und 18. Jahrhunderts. Vielleicht überrascht Sie das riesige Kontra-Fagott: Seit mindestens 1714 in Deutschland und seit 1727 in Großbritannien wurden diese Instrumente verwendet, wir haben uns daher entschlossen, im Sixth-flute-Konzert dieses Bassono grosso erklingen zu lassen.

Text Thomas Rink – Kontakt: Barockorchester@web.de

Website Gesellschaft für Alte Musik Schleswig-Holstein : www.gam-sh.de
Eintritt: 12 Euro an der Abendkasse

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